Summer School

07. – 27. JULI 2014

«BUILDING TOGETHER»

Im Rahmen der Summer School des Osthang Projects bieten wir – den nun 60 gewählten – TeilnehmerInnen die Möglichkeit, über drei Wochen zusammen mit international renommierten Künstlern & Architekten einen temporären Campus zu gestalten.

Die Grenzen etablierter Bauweisen sollen ausgelotet werden, im Fokus steht ein BUILDING TOGETHER: das gemeinsame Bauen als Experiment. Unsere TeilnehmerInnen, gemeinsam mit ihren Tutoren, erhalten die Chance, Entwurfsideen 1:1 – im richtigen Massstab, am richtigen Ort – zu erproben und zu entwickeln. Das Planen & Entwerfen wird zum aktiven Prozess, der auf konkrete, einwirkende Kräfte reagieren muss. Unvorhergesehenes wird nicht als Risiko, sondern als Potential verstanden – der Entwurf wird im Verlauf seiner Realisierung an Stärke und Ausdruck gewinnen. Auf dem Osthang-Areal der weltbekannten Darmstädter Mathildenhöhe werden wir so nicht nur experimentelle Bauweisen anwenden, um damit einen neuen öffentlichen Raum zu erschaffen – sondern schliesslich auch die Grenzen der Planbarkeit erproben!

Im multidisziplinären Team – mit Gestaltern & Handwerkern der Disziplinen Architektur, Innenarchitektur, Kunst und Grafik – werden wir vom 07. bis 27. Juli auf dem Gelände der Darmstädter Mathildenhöhe zusammen entwerfen, bauen und leben. Uns erwartet eine heterogene Diskurs- und Kommunikationskultur, ein Ort voll nachhaltiger Wissenserzeugung!

» building together @ Summer School

facts & figures

DIE STADT ALS HANDLUNGSRAUM

Das Osthang-Areal wird für drei Wochen – über etablierte disziplinäre Grenzen hinweg und unter unterschiedlichsten Blickwinkeln internationaler Architekten & Künstler – zum experimentellen Bauplatz und alternativen Denkraum.
Die Stadt wird als HANDLUNGSRAUM erprobt, bestehende Strukturen werden in Frage gestellt und schliesslich unkonventionelle (wie konventionelle?) Bauweisen direkt vor Ort getestet. Die Summer School wird das Osthang-Areal in ein temporäres Festivalgelände mit Veranstaltungshalle, Café und Küche, Info-/Empfang- und Sendeturm, Workshophaus & Schlafcabins verwandeln.

So hat die Summer School nicht nur zum Ziel, einen öffentlichen Ort zu konzipieren sondern vor allem: diesen zu BAUEN. Als Kurator der Summer School hat der Berliner Architekt Jan Liesegang (raumlaborberlin) internationale Experten-Teams eingeladen, jeweils einen Teil des Bauprogramms zu konzipieren, um diesen gemeinsam mit den TeilnehmerInnen der Summer School vor Ort realisieren zu können. Dabei freuen wir uns auf:

» atelier le balto (Berlin)
» collectif etc (Strasbourg)
» ConstructLab (Berlin/Paris)
» Atelier Bow-Wow (Tokio)
» Martin Kaltwasser (Berlin)
» Studio Umschichten (Stuttgart)
» m7red (Buenos Aires)
» orizzontale (Rom)

WIE ZUSAMMENLEBEN?

Anlässlich des 100. Jahrestags der letzten Ausstellung der legendären «Jugendstil Künstlerkolonie Mathildenhöhe» wird mit der Summer School eine neue temporäre Kolonie & Gemeinschaft entstehen. Während des bewusst offen angelegten Bauprozess’ werden begleitend Thesen zur »Teilhabe an Stadtgestaltung« und »Zukünftigem Zusammenleben« debattiert werden. In diesem Kontext öffnet sich ein weites Diskussions- und Erprobungsfeld: WIE ZUSAMMENLEBEN?

Was bedeutet Gemeinschaft heute? Welche räumlichen Konditionen bedingt eine Gemeinschaft? Welche Formen – und folgerichtig auch Orte – des Zusammenlebens können in Zukunft erdacht, gestaltet und erbaut werden?

Teilnahme

Alle waren eingeladen! Da wir jedoch nur begrenzte Aufnahmekapazitäten haben, mussten die BewerberInnen vorab mit ihrer Ideenskizze zum Thema ‘Wie Zusammenleben?’ überzeugen! Dabei konnte man für die Ideenskizzen zwischen Folgendem wählen:

1. ein Konzept für eine Aktion
» die einen sozialen/gemeinschaftlichen Raum generiert
2. ein Entwurf für ein Objekt
» das die Gemeinschaft auf dem Osthang braucht/stärkt
3. ein Bild oder Szenario
» welches das Thema Zusammenleben darstellt/diskutiert/erforscht

Wir waren überwältigt von den vielen kreativen Bewerbungen die eingegangen sind – DANKE für all diese Ideen! Die Jury hat 60 internationale TeilnehmerInnen gewählt und wir freuen uns, eine Auswahl an Ideenskizzen hier zu veröffentlichen:

Ideenskizzen Summer School
» Eine Auswahl.

Unterkunft

Wir bieten den TeilnehmerInnen der Summer School an, unterschiedlichste Möglichkeiten der Unterkunft in Darmstadt zu organisieren: von der Übernachtung im Zeltlager, über die Jugendherberge in der Nähe des Geländes und günstigen airbnb-Wohnungen bis hin zu Mit-Wohn-Gelegenheiten.

» für interessierte GastgeberInnen Das Darmstädter Gastgeberprojekt
» bei allen Fragen summerschool@osthang-project.org

Termine

Einsendeschluss Bewerbung
» Sonntag, 25. Mai 2014

Bekanntgabe der Teilnehmer
» Freitag, 30. Mai 2014

Summer School, Osthang-Areal, Mathildenhöhe Darmstadt
» Montag, 07. Juli bis Sonntag, 27. Juli 2014

Anrechnung der Leistungen / Credits

Studierende erhalten bei erfolgreicher Teilnahme an der Summer School eine Bescheinigung über 4 ECTS Punkte zur Vorlage bei ihrer Universität.

Zum Ausdrucken, Mitnehmen & Weitersagen

» Open Call Osthang Project (DIN A4)

KONTEXT
MATHILDENHÖHE

Künstlerkolonie, Bauausstellungen & Osthang-Areal

Die KÜNSTLERKOLONIE auf der Darmstädter Mathildenhöhe war zwischen 1899 und 1914 die Wirkungsstätte bekannter Künstler & Architekten, wie Albin Müller, Joseph Maria Olbrich oder Peter Behrens. Vom hessischen Grossherzog Ernst Ludwig gefördert, konnten sie sich am »Ort Mathildenhöhe« frei entfalten und entwickelten abseits gängiger Konventionen neue & innovative Gestaltungsformen.
Zentrales Anliegen der Künstlerkolonie war der Begriff des »Gesamtkunstwerks« – das Leben des Künstlers/Architekten sollte mit dessen Kunst vereint werden. Mit Entstehung der Künstlerhäuser auf der Mathildenhöhe wurde diese Begrifflichkeit zum Leben erweckt; die Konzeption der Häuser umfasste gesamthaft die Prozesse des Zusammenlebens sowie deren bauliche, künstlerisch-handwerkliche Ausgestaltung.

Im Hinblick auf die errichteten Wohnhäuser spricht man heute von den «ersten internationalen BAUAUSTELLUNGEN». Zur ersten Ausstellung auf der Mathildenhöhe 1901 gestalteten die Architekten & Künstler – unter der künstlerischen Leitung von Joseph Maria Olbrich – acht Künstlerhäuser, ein Ateliergebäude sowie eine Reihe temporärer Bauten.
Drei Jahre später, im Jahr 1904, fand die zweite, etwas kleinere Ausstellung statt; hierfür entwarf Olbrich eine Dreihäusergruppe – als gebautes Sinnbild bürgerlichen Wohnens – und es entstanden weitere temporäre Bauten, die nach der Ausstellung jedoch wieder rückgebaut werden.
An der dritten Ausstellung, der Hessischen Landesausstellung 1908, waren erstmalig nicht nur die Mitglieder der Künsterkolonie, sondern auch Künstler und Kunsthandwerker aus ganz Hessen beteiligt. Unter neuer Leitung von Albin Müller wurde zu diesem Zeitpunkt eine Arbeitersiedlung (welche nach der Ausstellung abgebaut und an anderer Stelle wieder errichtet wurde) und der bekannte Hochzeitsturm – der »Fünffingerturm«, das letzte Gebäude Joseph Maria Olbrichs – realisiert.
Im Rahmen der letzten Ausstellung im Jahr 1914 entwarf Albin Müller eine große Mietshauskaserne (welche im zweiten Weltkrieg zerstört wurde), das imposante Löwentor und neue Gartenanlagen. So entstand nach und nach, jedoch innerhalb weniger Jahre, das architektonische Erbe, welches wir heute auf der Mathildenhöhe vorfinden.

Das OSTHANG-AREAL ist eine brachliegendes Fläche inmitten des historischen Jugendstil-Ensembles der Mathildenhöhe, wobei das Areal wichtiges Verbindungsstück zwischen dem Ausstellungsgebäude und dem östlich gelegenen Park der Rosenhöhe darstellt.
Während der Zeit der Bauausstellungen war der Osthang jeweils temporär bebaut, in den Jahren danach entstand dort ein massiver Wohnungsbau, der jedoch im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Seither gab es zahllose architektonische Lösungsversuche, die aber stets scheiterten.
So liegt das Osthang-Areal heute wie ein geheimnisvoller Garten dar, der nur darauf wartet, wieder zum Leben erweckt zu werden. Mit unserer temporären Intervention wollen wir in diesem Sommer eine neue Idee zur Nutzung des Geländes aufzeigen und den Ort damit langfristig wieder als öffentlichen Raum der Stadt Darmstadt etablieren.

Das Berliner Landschaftsplanerkollektiv »atelier le balto« hat die vorgefundene ‘verträumte’ Vegetation mit gezielten und gleichzeitig sensiblen Eingriffe restrukturiert und das Areal so wieder nutzbar gemacht. Als Grundlage für die Entwürfe der Sommer School entwerfen, planen und bauen die Landschaftsarchitekten vorab den Garten des Osthangs.

Veranstalter

Architektursommer Rhein-Main
Darmstädter Architektursommer
Internationales Musikinstitut Darmstadt (IMD)

Förderer und Sponsoren

Kulturfonds FrankfurtRheinMain
Kulturstiftung des Bundes
Merck’sche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft e. V.
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Jubilaeumsstiftung der Sparkasse
Nassauische Heimstätte
Festool
Bollinger + Grohmann Ingenieure
HEAG Holding AG
HEAG Kulturfreunde
EAD Darmstadt
Baubuche Pollmeier
Entega HSE
Palaterra
Polifilm
Krinner
HMD Elektrik
DAXL Veranstaltungstechnik
Dachdeckerei Weiler
Hundertmark
alwitra
Held Baustoffe
Gentil
Würth
Caparol
Evonik
Wohrataler

Partner

h_da
DAM Deutsches Architekturmuseum
BDA
INTEF
TU Darmstadt
Hessen Design
domus
Jazzunique
competionline
Frizz
Die Kulturwirtschaft
tingtool
architecture-export
Vermessung Gonschorek
Ingenieurbüro Henniger
Thonet
P Magazin
Höhl Bau

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